Eh ich in dieses Leben trat,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war Kümmernis, die Schmach und die Lebensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
Da war der Irrtum,der gefangennahm.
Da war der schnelle Zorn,der in mir grollte.
Da waren Hass und Hochmut, Stolz und Gram.
Doch sah ich auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind.
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
Und wo der Quell der guten Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Stoff gebunden,
die Seeligkeit des Losgelöstseins schenkt.
Wo sich der Mensch, der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister wähnt.
Mir ward gezeigt,das Schlechte und das Gute.
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, woraus ich blute,
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute.
Da hört ein Wesen ich die Frage tun:
Ob dieses Leben ich mir getraute,
denn meine Stunde schlüge nun.
Und ich ermass noch einmal alles Schlimme.
Das ist das Leben das ich leben will,
gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme
und nahm auf mich mein Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt.
So wars als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt.
Denn ungeborn hab ich`s bejaht.