
Wenn die "Umschaltung auf den magischen Blickpunkt" die erste Voraussetzung ist zum Eindringen in die übersinnliche Gefühls- und Erlebniswelt, ist die" Wandlung" des angehenden Magiers, die wir ebenfalls schon beschrieben haben, die zweite.
Die Entwicklung der schlummernden Kräfte muß - soweit nicht schon latende Kräfte allein durch die Zielsetzung ausgelöst werden, weil sich jeder "die Seele erfüllende" Wunsch die inneren und äußeren Hilfsmittel zu ihrer Verwirklichung schafft -notwendigerweise der nächste Schritt sein.
Dann wird die "Lösung" des Geistigen vom Körperlichen gelingen und damit die "Gleichschaltung" mit den gewünschten Kräften -gleichbedeutend damit, daß sie dem Magier "zur Verfügung" stehen.
Eine unentbehrliche Bedingung ist weiterhin, ein durch nichts zu erschütternder Glaube, eine Überzeugungskraft, die stark genug ist, "unter Trümmern das Neue, Größere, Schönere" zu entdecken.
Die Kenntnis des Weges vermittelt die vorliegende Arbeit.
Der Weg ist Schutz vor Irrtum und Irrgang, vor falschem Tritt und Absturz.
Ritus und Zeremoniell im präzisen Sinne werden nachfolgend erläutert. Die notwendige Autorität und Sicherheit, als weitere, unentbehrliche Voraussetzung, kommt aus der Übung, der Arbeit, der Erfahrung, dem Erfolg.
Wir haben also, zusammengefaßt, nachstehende Voraussetzungen zu beachten:
a) Umschaltung;
b) Wandlung;
c) Entwicklung latenter Kräfte;
d) Lösung des Geistigen vom Irdischen;
e) Gleichschaltung;
f) Glauben, Kraft der Überzeugung;
g) Kenntnis des Weges;
h) Kenntnis der (inneren) Ordnung: des Ritus (des
Gesetzes);
i) Kenntnis der (äußeren) Ordnung: des Zeremoniells
(des praktischen Ablaufs);
k) Sicherheit, die aus Erfahrung und Erfolg wächst.
Der Praktiker vereinfacht alle diese Konglomerate (Bestandteile) des magischen Werks, der Beginnende darf keinen Punkt als unwichtig ansehen.
Die Geheimlehre kennt ein in vier Worten ausgedrücktes Gesetz: Wissen, Willen, Wagen, Schweigen.
Es drückt das Geheimnis des schöpferischen Vorgangs aus:
Wissen ist die Kenntnis des Gesetzes und der Form; Wille ist der schon gekennzeichnete, mit dem Kosmos harmonisierende Wille; Wagen sind Mut und Entschluß zum "Sprung auf die ,andere' Seite"; Schweigen bedeutet zweierlei:
Schweigen über Zielsetzung und Vollzug, und das Schweigen der "geistigen Stille", dem Humus (fruchtbarer Mutterboden) des magischen Geschehens.
Die Praxis rät noch weiteres:
das magische Werk ist ursächlich ein geistiges, die Manifestation im Irdischen, objektiv gesehen, etwas Sekundäres.
Alles Geistige aber muß "gebaut", gegraben werden.
Übertragen auf unser Gebiet heißt das: schriftlich fixieren, festhalten!
Nur so kann schon lange vor dem praktischen Versuch die Ausrichtung aller inneren und äußeren Kräfte auf dieses eine Ziel erfolgen, nur so werden alle notwendigen Punkte und Bestandteile von Ritus und Zeremoniell, die bei jeder magischen Handlung wechseln erfaßt. Später werden wir das Muster einer solchen Niederschrift finden, die Modell sein möge für alle Vorhaben geisteswissenschaftlicher Art, vom einfachsten bis zum schwierigsten magischen Vorgang.
Noch einmal: jede geistige Handlung oder Vornahme
A. in Gedanken, rein geistig ausbauen, "ausmalen", vorstellen, alle Punkte durchdenken, vorbereiten im "Geistigen";
B. schriftlich alles mit diesem Vorgang Zusammenhängende niederlegen;
C. diese Niederschrift immer wieder durcharbeiten und notfalls verbessern, ergänzen;
D. dann erst an die Durchführung gehen, Punkt für Punkt, Schritt für Schritt, vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Komplizierten.