Was bedeutet Esoterik?

Was bedeutet Esoterik?In der Antike meinte Esoterik ein religiöses Geheimwissen, welches nur einem eingeweihten Kreis zugänglich sein sollte. Der Name kommt aus dem griechischen. Wörtlich übersetzt heißt esōterikós „das innere, verborgene, geheime (Wissen)“ bzw. „zum inneren Kreis gehörig“. Heutzutage geht es allerdings weniger um die Weitergabe von Geheimwissen. Jedoch wird der Geist des Geheimen aufrecht gehalten. Meint jedoch vielmehr auf das Erkennen einer verborgenen Wahrheit, die man erkunden kann, um eine höhere Ebene des Bewusstseins zu erreichen.

Historische Entwicklung der Esoterik

In fast allen Kulturen gab es kleine Gruppen von „Eingeweihten“, die dieses bestimmte und mystische Wissen beherbergten und an ausgewählte Personen weitergaben. Das konnten Druiden, Magier, Hexen Geheimbünde oder Orden sein.




Die Esoterik geht traditionell auf Hermes Trismegistos zurück. Die Götter- Gestalt des Hermes Trismegistos ist die Verbindung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot. Daher wird diese Geheimlehre auch Hermetik genannt. Auch in der christlichen Gnosis wurde die Esoterik behandelt. Diese war die Beschäftigung mit verschiedenen religiösen Lehren des zweiten und dritten Jahrhunderts nach Christus.

Auch unter anderem über die Kabbala (die mystische Tradition des Judentums) fand die Esoterik ihren Weg ins Mittelalter. Während der Renaissance weitete sie sich aus. Neben der Alchemie kamen auch die Geheimgesellschaften auf (z. B. Freimaurer und Rosenkreuzer). Beispiele für esoterische Strömungen im Islam sind die Sufis, im Hinduismus die Tantriker und im Judentum die Kabbalisten. Oft wurde das Wissen in diesen Zeiten mündlich weitergegeben. Eine klassische Esoterik war jedoch auch in Orden oder in esoterischen Schulen organisiert und gab einen exklusives Sonder-Wissen weiter.

Geburtsstunde der Esoterik

Als Geburtsstunde der Esoterik der Neuzeit wird meist die Gründung der Theosophischen Gesellschaft durch Helena P. Blavatsky 1875 angesehen. Diese Gesellschaft suchte nach dem was sich hinter allen Religionen verbirgt. Für die Zugrundelegung esoterischer Weltbilder wurde ein Bezug auf östliche Religionen und Lebensphilosophien sehr beliebt und weitete sich aus.




Ein weiterer, ausschlaggebender Meilenstein auf dem Weg hin zur Esoterik der Gegenwart war die 68er-Bewegung. Während dieser Zeit wurde bekannterweise mit alten Traditionen gebrochen, die Antikriegsbewegung war im vollen Gange und die New- Age- Idee wurde weiterentwickelt.

Mit dem Ende des 20. Jahrhunderts breitet sich esoterisches Gedankengut und esoterische Praktiken in der westlichen Gesellschaft aus und zeigt eine gesamte gesellschaftliche Präsenz.

Grundannahmen der Esoterik

  1. In der heutigen Esoterik gibt es keine einheitliche „esoterische Lehre“, auch kein allgemein akzeptiertes Schriftstück, wie die Bibel oder der Koran. Vielmehr ist die aktuelle Esoterik eine Sammelstelle für viele verschiedene Weltansichten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich die Inhalte der Esoterik in Richtung einer allumfassenden Universalreligion entwickelt, die das Ur-Wissen aller Religionen, Weisheit-Traditionen und esoterischer Forschung vereinen möchte.
  2. Die Gemeinsamkeiten sind, dass Zusammenhänge auch aus geistiger und metaphysischer Sicht erklärt werden, und gleichzeitig eine rein naturwissenschaftliche Betrachtungsweise abgelehnt wird. Somit ist sie viel eher eine Grenzwissenschaft, die naturwissenschaftliche als auch spirituelle Aspekte miteinander vereinigen möchte. Insbesondere werden gerne Forschungsergebnisse aus der Quantenphysik integriert, um esoterische Annahmen als rational und logisch darzustellen.
  3. Zu den Teilbereichen der zeitgenössischen Esoterik gehören: Spiritualität, Astrologie, Okkultismus, Magie, Geomantie (Hellssehen) genauso wie alternative Medizin und UFO – Forschung. Die letzteren sind jedoch Teilbereiche, die sich jedoch eher mit dem Aussen der Esoterik beschäftigen.
  4. Das esoterische Wissen steht generell jedem Menschen zur Verfügung. Er muss es sich lediglich durch geistige Öffnung und Erfahrung aneignen. In diesem Zusammenhang wird manchmal auf die Existenz einer universellen Wissensquelle zurückgegriffen (bezeichnet als „Akasha-Chronik“). Diese soll das gesamte Wissen der Menschheit enthalten.
  5. Im Allgemeinen wird das Innenleben des Menschen besonders intensiv behandelt (esōterikós „das innere, verborgene, geheime Wissen“). Somit wird gesagt, dass derjenige, der esoterische Ansichten begreifen möchte, sich mit der Innenseite aller Zustände, Ereignisse und Wesen beschäftigen muss. Diese Innenseite der Wirklichkeit lässt sich nur mit dem Verstand nicht begreifen. Dieses Wesen lässt sich erfühlen, erspüren, erleben. Dieses Wesentliche zeigt sich im richtigen Moment einer wachen Seele. Der Verstand hingegen kann nur äußerlichen Wirklichkeit erfassen.

Esoterik als ganzheitliches Prinzip

In der Esoterik wird die Welt als ganzheitlich angesehen. Hier wird der Mensch als mit dem Kosmos und Gott in einer wechselseitigen Beziehung stehend betrachtet. Sie bilden dabei eine unzertrennliche Einheit. Gott ist ein Teil von allem, Mensch, Tier, Pflanze, Erde, Mineralien und Atomen.

Weiterhin ist eine prinzipielle Auffassung in der Esoterik, dass alle stofflichen Ebenen ein Sein besitzen. D.h., dass also alles Materielle auch eine geistige Ebene besitzt. Weiterhin wird damit in Verbindung gesetzt, dass der gesamte Kosmos auf bestimmten Frequenzen „schwingt“. In der Esoterik wird Gott hierbei als die „höchste Schwingung oder höchste Energie“ als die „vollkommene Liebe“, verstanden. Die Chakren sind dabei die Energiezentren von Lebewesens, mit denen es mit dem gesamten Sein im Austausch steht.

Je höher das Niveau der Schwingung, desto bewusster ist sich die einzelne Person der kosmologischen Zusammenhänge. Das Niveau der Schwingung kann durch bestimmte Praktiken und die Lebensführung gesteigert werden.

Die Energien, Frequenzen und Schwingungen, die das gesamte Universum durchdringen, sind auch Informationen. Diese stehen untereinander in Kommunikation und beeinflussen sich dadurch. Durch diese alles durchdringende Vernetzung kommt es zu einer Anziehung oder Abstoßung aller Dinge, Lebewesen oder Ereignisse. In diesem Verständnis bestehen keine Zufälle. Alles was geschieht ist sinnig und durch Anziehung entstanden. Gleiches wird in diesem Sinne auch mit Gleichen beglichen.




Dem individuellen Willen wird in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle zugeschrieben. Denn wird angenommen, dass Handlungen und auch auch Gedanken Konsequenzen haben. Auf diese Weise sollen Lebenssituationen, aber auch Materielles durch gedankliche Ausrichtung und eine positive innere Grundhaltung angezogen werden können. Dasselbe gilt jedoch auch für alles Negtive, wie z.B. Krankheiten. In diesem Sinne hat jede Person eine große Verantwortung für sich selbst zu tragen, seiner Lebensgestaltung und den Dingen, die ihm passieren. Individuelle Selbstverwirklichung ist das Stichwort.

Esoterik als Zustand der Veränderung

Desweiteren ist alles in einem ständigen Zustand von Entwicklung und Veränderung. Der Mensch hat hier sowohl die Aufgabe als auch die Fähigkeiten, um einen höheren Zustand zu erreichen. In einem erweiterten Bewusstseinszustand ist die Wahrnehmung verändert, insofern, dass eine Person sensibler für seine Umwelt ist, also auch übernatürliche Dinge besser wahrnehmen kann, wie z.B. die Kommunikation mit Engeln oder anderen Wesen, die Fähigkeit die Aura eines Menschen zu sehen oder das Sehen von vergangenen Lebensabschnitten.

In der Regel glauben Esoteriker auch an die Wiedergeburt der Seele und dass alles in dem derzeitigen Leben eine charmische Konsequenz aus dem vorherigen ist. Dazu gehört auch die Überzeugung, dass sich die Seele in jedem neuen Leben verbessert. Schwere Schicksalsschläge werden auch als eine Konsequenz des Karmas und auch als eine Lernmöglichkeit gesehen. Außerdem sind die Esoteriker der Auffassung, dass man sich seinen Lebensverlauf selbst ausgesucht hat und somit schon vorbestimmt ist. Auf diese Weise kann mit dem Karma gearbeitet werden.

Die gesamte Menschheit befindet sich nach esoterischer Sicht in einem von Defiziten dominierten Zustand. Die Hauptprobleme der jetzigen Gesellschaft ist beispielsweise die Überbewertung von materiellen Gütern. Die Esoteriker warten auf ein neues Zeitalter „New Age“. Dieses soll durch friedliches Nebeneinander und durch ein erhöhtes Bewußtein geprägt sein. Es gibt einige Menschen, die höher schwingen und als Vorboten fungieren.

Die Esoterik versucht also die Menschen weg von dem Massenkonsum oder der globalen Umweltzerstörung zu begleiten. Stattdessen geht es um Selbstfindung, Selbstverwirklichung und verantwortungsbewusster zu werden. Sie möchte Sinn, Kraft und Hoffnung geben.

Esoterik in der Praxis – Beispiele

  • Auch das Spektrum esoterischer Praxis ist sehr breit gefächert und nicht von anderen religiösen und nicht-religiösen Praktiken trennbar.
  • In der Praxis beschäftigt sich die Esoterik mit der Ausführung von Gebeten oder Meditationen und Ritualen zur Erfüllung persönlicher Liebe, der Widmung der Schöpfung, mit Lebenswünschen oder der Verarbeitung von Schicksalsschlägen.
  • Bekannte praktische Themen sind die Beschäftigung mit Edelsteinen, mit Düften, Kräutern, eine spezielle Ernährung oder auch die Beschäftigung mit Sexualität. Auch das Chanceling, die Astrologie, das Tarot, das Pendeln oder auch Alternativmedizin wie Homöopathie, Reiki, Kinesiologie, Feng Shui, Rückführungen in vorherige Leben und Familienaufstellungen werden ebenfalls zur Esoterik gezählt.
  • Esoteriker sind meist der Meinung, dass man das Leben von sich und anderen z. B. bei Krankheit oder psychischen Beschwerden durch die persönliche Einstellung, Gebeten, Ritualen und Gedankenkraft sehr stark beeinflussen kann. Somit sind viele esoterische Methoden auf Heilung ausgerichtet. Meistens mit Hilfe so genannter kosmische Energien oder (Selbst-) Heilungskräfte.




Zu den bekanntesten Beispielen gehören Reiki, Geistheilung, Bachblüten, Aurasoma, Aromatherapie, schamanistische oder ayurvedische Verfahren. Wichtige Bedeutung haben auch die Methoden, die der (Selbst-) Erkenntnis dienen, wie etwa die Meditation oder das Yoga.

Holotropes Atmen

Holotropes Atmen ist eine von Stanislav Grof entwickelte Atemtechnik. Stanislav Grof ist ein tschechischer Medizinphilosoph, Psychotherapeut und Psychiater. Er rief 1978 die ITA (International Transpersonal Association) ins Leben und gilt als einer der Begründer der transpersonalen Psychologie. Durch das holotrope Atmen kann man nach Ansicht ihrer Vertreter in Erfahrungsbereiche eintreten, die dem Bewusstsein normalerweise nicht zugänglich sind.

Schattenarbeit nach C.G. Jung

Es wird von einer Ganzheit und Polarität des Menschen ausgegangen. Neurosen resultieren aus der Unfähigkeit eines Menschen, sich als Ganzheit zu begreifen. Die Ursache für psychische Störungen ist eine Hemmung der natürlichen Selbstentfaltung. Jung versteht Neurosen als „Leiden der Seele, die ihren Sinn nicht gefunden hat“. In der Therapie soll die Sinnhaftigkeit der Krankheitssymptome für die Patienten verständlich und annehmbar gemacht werden.

Neben individuellen, gesellschaftlichen und kulturellen Ursachen gibt es auch Lebenskonflikte, mit denen alle Menschen zu ringen haben, die sogenannten archetypischen Konflikte. Deshalb werden die Patienten in der Analytischen Psychotherapie mit archetypischen Lösungswegen, wie sie in Mythen oder Märchen dargestellt werden, behandelt.

Heilung soll hierbei über Individuation geschehen. Individuation meint Bewusstmachung und Integration bislang unbewusster polarer Persönlichkeitsanteile, wie dem sogenannten unbewussten Schatten oder den geschlechtlichen Anteilen.

Hermetische Numerologie

Die hermetische Numerologie ist eine uralte Wissenschaft, deren Ursprünge zu Pythagoras reichen. Anhand des Geburtsdatums, der Geburtszeit und des Namens wird ein Numeroskop erstellt. Es zeigt kosmische Gesetzmäßigkeit in allen Lebensbereichen, gibt Hinweise auf die Lebensaufgabe oder Potentiale und Entwicklungsaufgaben und karmische Aspekte. Die Persönlichkeit wird dargestellt, aktuelle Begebenheiten und nach Bedarf Partnerschafts-, Berufs- oder Familiennumeroskope.

Jede Zahl hat eine spezielle göttliche Bedeutung und indem die Zahlen untereinander in Beziehung gesetzt werden, können viele Informationen entnommen werden. Partnerschaftsnumeroskope und Numeroskope für Familien ermöglichen es, die gemeinsamen Lebensaufgabe zu erkennen, aber auch, wo eine Person Schwächen aufweißt, die andere Person ausgleichen kann und somit der gemeinsamen Entwicklung dient. Auch in Krisenzeiten kann das Aufzeigen der Ursachen Abhilfe schaffen. Somit ist ein wunderbares Mittel gegeben, um sich und seinen Lebensweg besser verstehen und annehmen zu können.

Bio-Resonanz-Therapie

Zur Analyse und darauffolgenden Diagnose berührt der Patient über mindestens zwei Elektroden ein Gerät. Dieses Gerät funktioniert wahrscheinlich ähnlich wie ein Lügendetektor. Die Bio-Resonanz-Therapie benutzt elektromagnetische Felder, um Krankheiten im Frequenzmuster zu zeigen und die gestörten Frequenzmuster in natürlichen Heilung zu löschen.




Für die von den Vertretern der Bioresonanztherapie behaupteten normalen oder krankhaften Frequenzmuster wurden jedoch bis jetzt keine Beweise erbracht. Es sind auch keine physikalischen und biologischen Nachweise für eine Löschung kranker Frequenzmuster im Körper wissenschaftlich erwiesen.

Huna- Geistheilung

Innerhalb des Huna- Glaubens herrscht die Vorstellung vor, dass alle Menschen drei Geister haben „die drei Aspekte der Macht: Unihipili, Uhane, Amakua. Alle diese drei Geister ruft ein Huna- Heiler an während er singt, trommelt und stampft. Unihipili ist für jenen emotionalen und motorischen Bereich zuständig, den der bekannteste Wissenschaftler in diesem Bereich das „Unteren Selbst“ nennt, Uhane das „Mittlere Selbst“, Amakua das „Höhere“, unpersönliche Selbst.

Sobald diese drei Geister im Heiler verbunden sind, kann Mana fließen. Für eine Behandlung wird zusätzlich Lono herbeigerufen, der Gott der Heilung (von dem die Erde Energie und Leben erhält). Und der Huna-Heiler bittet Lono, dass er die kranke Person zur Heilung mit Mana füllen soll.

Esoterik in der Gesellschaft

Die Esoterik steht seit 20 Jahren sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es gab seit den 80er Jahren dieses Jahrhunderts verschiedene Phasen. Zu Beginn war die Esoterik nur ein Thema für Insider. Die Ausbreitung schritt jedoch schnell voran. Die Beatles, die in ständiger Öffentlichkeit standen, reisten nach Indien und meditierten, es wurden Gurus in der Öffentlichkeit gezeigt und es eröffneten die ersten esoterischen Buchläden. Nach ungefähr 10 Jahren war der Trend bereits zu einem Boom geworden. Doch dann vermehrten sich auch die kritischen Stimmen. Die Esoterik wurde immer häufiger zur alleinigen Bereicherung missbraucht, Sekten bildeten sich heraus.

Dennoch hat sich die Esoterik bis heute gehalten und durchgesetzt. Sie ist weiterhin gesamtgesellschaftlich präsent. Es gibt eigene esoterische Verlage und man findet esoterische Literatur in allen Buchläden. Außerdem finden deutschlandweit regelmäßig Esoterik-Messen, und Seminare etc. statt, die von einem breiten Publikum besucht werden.

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