Drogentote in Deutschland

Das sind die Fakten zum Thema Drogentote in Deutschland 2017:

Drogentote in Deutschland 2017Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler teilt mit, dass sich die Zahl der Drogentoten in Deutschland erstmals seit 2012 verringert hat. Es sind immer noch die Opioide, wie Heroin, die für die Mehrzahl der Überdosierungen, die tödlich ausgehen, verantwortlich sind. Nichtsdestotrotz geht die Zahl der Drogentoten in Deutschland glücklicherweise zurück. Allerdings waren es 2017 nur fünf Prozent weniger Menschen, die an den Spätfolgen des Drogenkonsums starben als im Jahr 2016.

2016 waren es 1333 Drogentote in Deutschland, 2017 immer noch 1272. Das ist ein Prozent aller Drogenkonsumenten. Dieser leichte Rückgang ist der erste seit dem Jahre 2012. Der größte Teil dessen betrifft die Männern, nämlich 85 Prozent der Toten. Das durchschnittliche Alter bei beiden Geschlechtern liegt bei 39 Jahren.


Die Strategie der Drogenbeauftragten

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler will in Zukunft die Suchthilfe ausbauen, eine Strategie der Früherkennung und ein härteres Vorgehen gegen die Drogenkriminalität zum Einsatz bringen. Also eine Kombination aus Prävention und Behandlung. Diese Säulen sollen die Zahl der Drogentoten in Deutschland weiter senken.

Statistiken über Drogentote in Deutschland 2017

    • 1272 Drogentote in Deutschland gesamt
    • 244 durch Heroin und Morphin in Kombination mit anderen Drogen
    • 186 durch Opiate und ähnliche Verbindungen
    • 178 Drogentote in Deutschland aufgrund Langzeitschäden durch Konsum
    • 165 durch reines Heroin und Morphin
    • 85 Suizide aufgrund Drogenkonsums
    • 80 aufgrund die Kombination aus Methamphetamin und Amphetamin mit anderen Substanzen
    • 46 Drogentote in Deutschland durch Kokain/Crack mit anderen Drogen zusammen
    • 41 Opfer durch den Konsum von Kokain und Crack
    • 32 Drogentote durch Opiat-Substitutionsmittel
    • 29 Tote durch Unfälle unter Drogeneinfluss
    • 23 durch den Konsum von Amphetamin
    • 16 Drogentote in Deutschland durch Amphetaminderivate im Verbund mit anderen Wirkstoffen
    • 7 Opfer durch Methamphetamin
    • 4 Drogentote innerhalb Deutschland 2017 durch Methamphetaminderivate

    Studie über Ursachen Drogentote in Deutschland

    Drogentote in Deutschland

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    Eine Studie wurde von dem Professor Ludwig Kraus, Leiter des IFT Instituits für Therapieforschung in München, durchgeführt. Die Studie genannt „Drogenindizierte Todesfälle in Deutschland“ zeigte die Todesursachen in den Ländern im Zeitraum von 2012 bis 2016. Grund hierfür war eine Abweichung vom Trend vor vier Jahren. Seit 1990 wird die Zahl der Drogentoten Jahr für Jahr weniger. Seit 2012 aber meldet das Bundeskriminalamt Jahr für Jahr wieder mehr Drogentote in Deutschland.

    In der Studie untersuchte Professor Kraus Todesursache, Konsumverhalten und die konsumierten Substanzen. Das ausschlaggebende Resultat: Schuld am Drogentod der großen Mehrheit (75 Prozent) haben immer noch Heroin, Morphin und Kokain. Die große Mehrheit (83 Prozent) stirbt an einer Überdosierung. D.h. Auch, durch die wilde Mischung von Substanzen oder, weil die Stoffe gepanscht wurden. Sieben Prozent sterben an den Langzeitfolgen des Konsums, ebenfalls sieben Prozent begehen einen Selbstmord und drei Prozent sterben durch einen Unfall während eines High- Zustandes. Das Problem Drogentote in Deutschland ist nach wie vor präsent.

    Neue psychoaktive Stoffe als Ersatzdrogen

    Die sogenannten neuen psychoaktiven Stoffe werden von der Drogengesetzgebung noch gar nicht richtig wahrgenommen. Sie werden beispielsweise als Badesalze oder Kräutermischungen verkauft. Sie fluteten den europäischen Markt und das Risikopotenzial für einen Wiederanstieg von Drogentoten ist hoch.Es ist auch in Deutschland nicht besonders schwer, an illegale Drogen heranzukommen. Sogar außerhalb von Szenebars oder des Straßenhandels. Man muss dafür nicht einmal ins Darknet, sondern kann sich ein Beutelchen Heroin oder Kokain, ein bisschen Cannabis, Ecstasy-Pillen oder die neuen psychoaktiven Substanzen per Mausklick bestellen.


    Die Ware kommt mit der normalen Post oder wird vom Kurier diskret in den Briefkasten geworfen, die Zahlung erfolgt mit der Kreditkarte. Zurzeit kann die Polizei nicht sagen, wie hoch der Anteil der übers Internet verkauften Rauschgifte am gesamten Drogenumsatz ist. Offenkundig ist, dass sich dieser Handelsweg immer mehr ausweitet. Dass sich die Herstellung in naher Zeit verringern wird, ist nicht zu erwarten. Im Gegensatz gibt es in den Produktionsländern sogar so viel, dass sie auch einmal den Verlust einiger Kilogramm verkraften könnten, so das Bundeskriminalamt.

    Häufig werden Päckchen mit mehreren Tonnen Kokain in einem Container im Rotterdamer Hafen oder mehrere Tonnen Cannabis an einem Strand in Spanien gefunden. Wären die Drogen schwer herzustellen und zu schmuggeln und somit für den Produzenten sehr wertvoll, würden sie kleinere Mengen transportieren. Sichergestellt wird jedoch nur ein sehr kleiner Teil dessen, was im Umlauf ist. Davon geht die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mortel aus. Sie geht zum Beispiel von rund 150 000 Opiatkonsumenten aus. So werden ca. 23 Tonnen an Opioiden pro Jahr konsumiert, sichergestellt wurden 2016 jedoch bloß 330 Kilogramm.

    Der Stoff Naloxon als Lebensretter

    In Naloxon sieht Professor Kraus als eine besondere Chance, die Zahl der Drogentoten in Deutschland zu senken. Naloxon wird bei Notfällen bei einer Überdosis als Gegengift gegeben. Die Studie des Professors zeigt auch, dass bei 30 Prozent der Überdosis-Betroffenen ein Rettungseingriff unternommen wurde. Bei 17 Prozent war eine Dritte Person anwesend. Professor Kraus empfiehlt, dass auch Abhängige und Angehörige in der Anwendung von Naloxon zur Ersthilfe trainiert werden sollten.

    Die Barrieren für die Gabe von Naloxon aus dem Weg zu räumen, darin sieht Drogenbeauftragte Mortler eine ihrer neuen Aufgaben. Bislang ist die Vergabe in Deutschland nicht gestattet. In Bayern wird gerade ein Modellversuch unternommen. Die Drogenbeauftragte Mortler möchte weiterhin durchsetzen, dass sich ein Konsument bald aussuchen darf, welche Strafe er will: ein Bußgeld oder eine Behandlung. Präventiv möchte sie eine große Aufklärungskampagne zum Einsatz bringen. „Wir brauchen eine breite Diskussion über Sucht und Drogen…“ Wichtig sollen dabei nicht nur die Suchtkranken sein, auch der Umgang mit ihnen ist sehr wichtig.

    Wer in Zukunft also mit Cannabis für den Eigenkonsum von der Polizei erwischt wird, soll wählen dürfen, ob er eine Strafe zahlt oder sich freiwillig von Experten helfen lässt. Warum das Thema umso wichtiger ist, so Mortler, zeigt nicht nur die Zahl der Drogentoten in Deutschland, das zeigt auch die Zahl der Familien, denn drei Millionen Kinder wachsen in suchtbelasteten Familien auf.

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